5 Dinge, die du diesen Sommer im Design-District unbedingt unternehmen solltest

Das Kreislauf-Wochenende ist nicht die einzige Gelegenheit, den Design-Distrikt zu erkunden. Mit dem Kreislauf-Guide lassen sich die Quartiere, wo Zürich lebt, pulsiert, ausgeht und kreiirt jederzeit auch auf eigene Faust erkunden. Hier fünf essentielle Ausflugs- und Shoppingtipps für diesen Sommer, zusammengestellt von unserer „Bekannten Bekannten“ Play Hunter.

1. Unternimm eine Mini Safari von der Kalkbreite zur Europaallee
Das Kreislauf-Wochenende ist nicht die einzige Gelegenheit, den Design-Distrikt zu erkunden. Mit dem Kreislauf-Guide lassen sich die Quartiere, wo Zürich lebt, pulsiert, ausgeht und kreiirt jederzeit auch auf eigene Faust erkunden. Zum Beispiel mit einem Spaziergang von der Kalkbreite zur Europaallee. Hier drei Abstecher-Tipps:

Die Ecke Kalkbreite-Badenerstrasse hat sich seit Eröffnung des Kalkbreite-Areals zum wahren Hot Spot gemausert. Das Café Bebek sowie die Concept Stores Sauce, Qwstion Invites oder Street-Files gehören zu den Highlights jeder Safari durchs Langstrassenquartier.

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Top-Destination 2: Schlendere zum Helvetiaplatz, schnapp dir im Café Bank einen Aussentisch, blinzle in die Sonne und geniesse das Paris-Gefühl.

Top-Destination 3: Hast du dich jemals gewundert, wie ein Jules Verne Abenteuer-Roman als Laden aussehen würde? Die Antwort findest bei Fabrikat an der Militärstrasse 76. Sowie auch weitere wundersame Alltags-Produkte, die du längst schon verloren geglaubt hättest.

 

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2. Trink einen Kaffee im Schwarzen Café im Löwenbräu und besuch die Manifesta
Manche sagen, Cold Brew Coffee sei das neue Schwarz. Manche sehen dann rot. Heimo Zobernigs Café ist schlicht schwarz. Der österreichische Künstler hat im Auftrag der Luma Foundation im Löwenbräu ein Café mit Bibliothek designt und die Tische, Stühle, Regale, Böden, Wände und die Decke gänzlich in Schwarzmalerei getüncht. Die ist für einmal sehr angesagt: Hier lässt sich bei einem schwarzen Café wunderbar über das neue Schwarz sinnieren, bevor man in das Bunt der Manifesta einttaucht, die Zürich vom 11. Juni unter der Ägide des Kunst-Stars Christian Jankowski zum internationalen Mekka der zeitgenössischen Kunst macht.

3. Mach’s wie Beyoncé
Was haben Beyoncé, Kylie Jenner und Monica Belluci gemeinsam? Sie alle wurden in Leder-Wearables von YVY aus dem Kreis 4 abgelichtet. Kein Wunder, trifft die Game-of-Thrones-flirtet-mit-Formation Ästhetik den Nerv der Zeit und den Geschmack stilstarker und selbstbewusster Frauen. Yvonne und ihr kleines Team fertigen jedes Teil aus vegetabil gegerbten Leder aus Italien in Handarbeit an. Neu gibt’s YVY auch im Taschen-Format. Die Debut-Kollektion ist pünktlich aufs Kreislauf-Wochenende im Opia Concept Store in der Europaallee und ab 28.05. im Online Store von Opia erhältlich.

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4. Hol dir die perfekte Badilektüre bei Print Matters in Frau Gerolds Garten
Print Magazine leben – und wie. Die aufregende Welt jenseits der Kiosk-Auslage entblättert sich bei Print Matters! in Frau Gerold’s Garten buchstäblich in vollster Pracht. Der junge Shop und Abo-Service führt die international schönsten und aufregendsten Special Interest Magazine. Co-Gründer Florian Schaffner hat für uns zwei topaktuelle Lese-Tipps: «Wir haben neu das Kennedy Magazine im Sortiment, „a biannual journal of curiosities“. Wir sind in London darauf gestossen. Das Magazin enthält einen Mix aus Foto-Touren durch Paris, Interviews mit Filmemachern, Architekten und Musikern sowie Foto-Essays, beispielsweise zum Jet d’Eau in Genf. Das abschreckend trockene, akademisches Cover sollte nicht vom starken Inhalt abschrecken!»

Ein anderer Tipp ist Disegno. Das aktuelle Ausgabe ist ein starkes Architektur-Special mit Rem Koolhaas, Sanaa, der Architekturbiennale Venedig sowie einem Foto-Essay von Jasper Morrison.

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5. Leg dich auf ein Badetuch von Schönstaub und bete die Sonne, die Letten-Nixen und den Sommer an
Mit fotorealistischen Milchstrassen-Motiven enstaubten Schönstaub das Teppichdesign. Inzwischen breitet sich das Universum des Junglabels aus dem Kreis 4 stetig aus. Mit der Beach Badetuch-Edition reicht die Milchstrasse nun bis an den Swimmingpool. Die Strandtücher seien der “perfekte Partner für Sonnenanbeter, Nabelschau und existenzielles Sinnieren” tweetete die angesagte US-Hotelkette Ace, welche die Tücher aus Zürich landesweit im hoteleigenen Shopsortiment führt. Mit 1.2 x 1.8 Metern ist die persönliche Galaxie gross genug, um die Sternstunden des Seins auch zu zweit zu erkunden.

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Beitrag von Play Hunter / Playlust.net

Unterwegs mit Moser

Klar, als Robert Moser den Viadukt entwarf, der 1891–1894 entstand, hatte er nur an die Eisenbahn gedacht. Er hatte nur die dampfenden, stampfenden Züge im Sinn, die er über die Limmat in Richtung Oerlikon zu leiten hatte. Die Gemüse- und Fischhändler, die Vintage Möbel Anbieter und die Fashion Slaves wären ihm nicht in den Sinn gekommen. Doch das bunte Leben, das diese unter die Bögen gebracht haben, das würde dem alten Moser bestimmt gefallen. Und dass die Eisenbahn nach wie vor über den Viadukt, nein nicht dampft, aber immer noch rattert, das würde ihn bestimmt tierisch freuen.

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Ich habe auch schon davon geträumt, ihm das zeigen zu dürfen: Mit dem genialen Ingenieur in der Markthalle einen zu trinken und mit ihm dann sein imposantes Bauwerk Bogen um Bogen abzuklopfen. Vielleicht würde es schon einnachten, bis wir einen Kilometer weiter und 53 Bögen später am andern Ende ankämen. Dort würde er sich, etwas ermattet, bestimmt verabschieden wollen. Sorry, Moser, das ist mein Lieblingsbogen, der Bogen F ist das Musik- und Kulturlokal, wissen Sie, Sound von heute und morgen. Ich bin mir ziemlich sicher, er käme noch mit auf ein Glas – und ein Ohr.

Text & Bild Bogen F: René Grüninger
Titelbild: Camille Ruf

Wird der Mainstream dem Quartier die Seele rauben?

Als ich in jungen Jahren nach Zürich kam, gab es noch die Räuberhöhle. So wurde der Tessinerkeller an der Neufrankengasse respektlos, aber treffend genannt. Es war das Stammlokal der Alkoholiker und Clochards. Meine Freunde und ich haben diese Spelunke gemieden. Erst Jahre später, als der begabte Koch Christian Egger sie in ein liebenswertes Restaurant verwandelte, sind wir gern und oft hingegangen. Die Trauer war gross, als wir erfuhren, dass das Haus abgerissen wird. Abgerissen werden muss, damit Neubauten entstehen können und dereinst das Tram Nr. 1 durchfahren kann. Spätestens da wurde uns klar, dass dem Langstrassenquartier Gentrifizierung droht.

Tessinerkeller
Tessinerkeller

Die Haushaltwarenhandlung Schmuklerski, an der Ecke Badener-/Ankerstrasse, mit ihrem unglaublichen Labyrinth aus Glas-, Email- und Eisenwaren war auch so ein Haus von besonderem Charme, so ein Quartier-Eckpfeiler, den man mochte. Abgerissen 2006, von vielen bereits vergessen und ersetzt mit etwas, das nicht der Rede wert ist.

Und jetzt wurde der Kunstraum Perla-Mode geschleift. Das tut weh, war es doch so etwas wie ein Symbol der Langstrasse. Das von der Familie Rubinfeld während Jahrzehnten geführte Modegeschäft wurde vor sieben Jahren dank der umtriebigen Kunstvermittlerin Esther Eppstein zur Zentrale der jungen Zürcher Galeristen und Offspaces. Kürzlich sind die Bagger aufgefahren. Etwas Typisches und Charakteristisches verschwindet, weicht einem Neubau, dem man hier kaum Sympathie zollen wird, und sei er noch so vegetarisch.

Text: René Grüninger
Bilder: René Grüninger (Abriss Perla-Mode), Nicolas Aebi/20 Minuten (Tessinerkeller)

Auf Safari im Kreis 5

Letztens spazierte ich wie so oft durch den Kreis 5. Dabei werde ich immer ein bisschen wehmütig, war es doch das Quartier, in dem ich – gemeinsam mit vielen anderen Studenten – zuallererst strandete, als ich nach Zürich kam.  Von Anfang an war es eine grosse Liebe, die ich zum «Foifi» hegte. Und die ist über die Jahre nicht geschwunden. Egal, ob ich die neuste Kollektion von Stine Goya oder einen richtig guten Brunch suche, ich weiss, dass ich hier alles finden kann. Und eben letztens, auf meinem Spaziergang, da stellte ich fest, dass ich nicht einmal in die Ferien fahren muss. Man kann sich sehr gut auch im Industriequartier erholen. Denn beim Viadukt, mitten im Kreis 5, da wartet diesen Sommer ein ganzer Dschungel darauf, entdeckt zu werden!

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Aussersihl – ausser sich?

Den eingefleischten Bewohnerinnen und Bewohnern des Kreis 4 reicht der Kreis 4. Er genügt ihnen. Sie brauchen nicht mehr. Sie schauen noch nicht mal hinter das Lochergut. Obwohl dort immer noch Kreis 4 ist. Das Lochergut, Leute, ist keine chinesische Mauer und was dahinter liegt, ist nicht die Mandschurei. Darum nur mutig hinter die Hochhäuser, ins Quartier hinein, dort wo die Strassen Frauennamen tragen: Hilda, Elsa, Agnes. Auf die Martastrasse stossen die Entdeckungsreisenden zuerst, wo spätestens bei der Hausnummer 109 die Forscheräuglein zu glänzen beginnen.

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Zu Besuch bei Swallow-d

Leise säuseln alte italienische Lieder durch die Regale. Schliesse ich die Augen, fehlen bloss noch der Wind in den Haaren und der Meersalzduft in der Nase, schon hätte ich das Gefühl, an der Riviera zu sein. Der Laden, in dem ich mich befinde, ist farbdurchflutet und lichtdurchströmt. Jede Bewegung wird von regelmässigen Tick-Geräuschen begleitet.

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Ich muss leider draussen bleiben.

Kürzlich – es war ein wunderschöner Frühlingstag – fuhr ich auf dem Weg zu meinem ehemaligen Atelier an einem Kreis 4 Café vorbei, in dem es von jungen schönen Männern mit Bärten und noch viel hübscheren Damen mit Dutts nur so wimmelt; und das für seinen grossartigen Kaffee stadtbekannt ist.

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Bekannter Bekannter: Joel Basman

Interview mit dem Schauspieler Joel Basman, der am Kreislauf-4+5-Wochenende 2015 eine Führung durch den Kreis 4 gemacht hat.

René Grüninger: Seit einiger Zeit sieht man im Geschäft Deiner Eltern eine Joel Basman-Kollektion. Am letzten Wochenende hast Du für den Kreislauf 4+5 eine Gruppe von Leuten durch den Kreis 4 geführt. Füllt Dich die Schauspielerei nicht mehr aus, so dass Du jetzt auch Modedesigner und Stadtführer geworden bist?

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